Deutschland: Vermieter tragen künftig Hälfte der CO2-Kosten

Laut aktuellem Beschluss der deutschen Bundesregierung werden die CO2-Kosten, die seit Januar 2021 anfallen, zur Hälfte seitens der Vermieter zu tragen sein. Derzeit beträgt der Preis, der im Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) festgeschrieben ist, 25 Euro je Tonne. Im kommenden Jahr soll er auf 30 Euro steigen, 2023 auf 35 Euro. Parteiübergreifend wird ein weit höherer Satz gefordert: Die CDU liebäugelt mit 45 EUR ab 2022, die Grünen mit 60 EUR pro Tonne ab 2023. Ziel ist es, die Investitionsbereitschaft in Gebäuden zu erhöhen – es werden die Vermieter quasi “belohnt”, die in ressourcenschonende Technologien investiert haben.

Bis dato können Vermieter die Kosten auf die Mieter abwälzen, das ist bald nur mehr teilweise möglich. Ein geändertes Bundes-Klimaschutzgesetz macht es möglich: Die Teilentlastung von Mietern ist Teil dieses Kabinettsbeschlusses.

Welche Auswirkungen sind durch diese Kostenabwälzung auf Vermieter zu erwarten? 

In der Betrachtung nicht zu vergessen ist der Umstand, dass in Deutschland im Herbst Wahlen anstehen. Die Entlastung der MieterInnen und damit der Wählerinnen und Wähler ist wohl kein Zufall. 

Der Unterhalt von Gebäuden wird durch diese Entscheidung jedenfalls teurer werden: Vermieten wird – vor allem in der Übergangszeit hin zu umweltfreundlicheren Technologien – für Investoren weniger attraktiv, und bezahlbarer Wohnraum ist vor allem in Städten bereits sehr knapp. Das wird sich so schnell nicht ändern. 

Die Entscheidung der deutschen Bundesregierung wird vor allem Eigentümer von Bestandsbauten mit hohem Sanierungsbedarf wenig amüsieren sowie diejenigen VermieterInnen verärgern, die erst vor kurzem in eine (nicht ressourcenschonende) Heizung oder Warmwasser-Lösung investiert haben. 

Für smarte Gebäude-Technologien bedeutet diese Ankündigung aber natürlich einen massiven Schub – insbesondere in Verbindung mit der neuen EU-Taxonomie und den angekündigten Sanierungs-Förderungen. Immobilien, die nicht EU Taxonomie-konform sind, dürften zumindest mittel- bis langfristig weniger stark im Markt nachgefragt werden, die Aufnahme von Fremdkapital für diese Gebäude dürfte schwieriger bzw. teurer sein. Und das wiederum dürfte sich auf die Wertentwicklung solcher Immobilien auswirken.

Die Entwicklungen zeigen, dass sich die Investition in neue, smarte Gebäude-Technologien auszahlen, die dabei helfen, Ressourcen zu schonen. Wir werden unsere eigene Energie produzieren und der möglichst hohen, und ressourcenschonenden Eigennutzung zuführen.

Denn eines zeigen die aktuellen Entscheidungen bzw. die CO2-Bepreisung ganz klar: Der Umweltschutz ist bei jedem Einzelnen angekommen. Wenn die EU ab 2050 klimaneutral sein möchte, muss sie, respektive die Länder, die Daumenschrauben ansetzen. Ändern, das tun sich häufig nur die anderen. Ohne den Druck seitens Verordnungen und Gesetze ist der Markt zu träge. 

Spannend wird in diesem Zusammenhang jedenfalls, ob und wenn ja wie Österreich darauf reagieren wird. 

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